- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
StartVerteidigungBundeswehr verzichtet auf Palantir

Bundeswehr verzichtet auf Palantir

Das US-Unternehmen Palantir wird beim Aufbau der Bundeswehr-Cloud (pCloudBw) nicht mitwirken. Das stellte der Inspekteur des Cyber- und Informationsraums, Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, gegenüber Medien klar. Deshalb sucht die Truppe gegenwärtig nach Alternativen.


Für den Aufbau einer eigenen Cloud-Infrastruktur benötigen die deutschen Streitkräfte eine Software, die Datenbanken zusammenführt und auswertet. Das US-Unternehmen Palantir ist auf diesem Gebiet weltweit marktführend. Auch der militärische Einsatz der Software des US-Investors Peter Thiel ist etabliert. Konkret setzen die Streitkräfte Großbritanniens – der Inselstaat verlängerte den Vertrag mit dem in Florida ansässigen Unternehmen zum Jahresbeginn um 36 Monate für 240 Millionen Pfund – und die USA auf Technologie von Palantir. Darüber hinaus läuft Software des Unternehmens auf den Servern der NATO. Am 25. März 2025 beauftragte die NATO Communications and Information Agency (NCIA) Palantir, Software für das NATO Allied Command Operations (ACO) bereitzustellen. Die Verteidigungsallianz setzt seitdem Palantirs angepasste Software-Suite Maven Smart System NATO (MSS NATO) ein.

Laut Daum seien für den Betrieb von MSS NATO innerhalb der Verteidigungsallianz Mitarbeitende des Unternehmens verantwortlich. Für die Bundeswehr komme dieses Modell allerdings nicht infrage. „So sehr wir an der Funktionalität interessiert sind für unseren eigenen Datenbestand, so unvorstellbar ist es eben momentan, Industriemitarbeiter auf den nationalen Datenbestand zuzulassen“, so Daum. Stattdessen soll Software, die in Europa entwickelt wurde, Datentransport und -analyse für die Bundeswehr leisten.

Software made in Europe

Laut Medieninformationen evaluiert die Bundeswehr Angebote von Almato aus Stuttgart, Orcrist aus Berlin und ChapsVision aus Paris. Getestet wird die Software im Sommer. Die Frage, wer sich durchsetzt, wird sich bis zum Jahresende klären. Die in Stuttgart ansässige Almato ist eine Tochtergesellschaft der DATAGROUP. Gegenüber den Mitbewerbern hat die Defence Cloud des Unternehmens vor allem ein Ass im Ärmel: Sie verfügt über ein BSI-Zertifikat zur Bearbeitung von VS-NfD-Daten.

Das Berliner Start-up Orcrist Technologies ist das jüngste Unternehmen der drei Konkurrenten. Die Berliner entwickeln Software, die große Mengen ungeordneter Daten zu einem Lagebild zusammenführt.
Die französischen Anbieter von ChapsVision wiederum bieten mit ihrer Plattform ArgonOS ein Datenanalysesystem, das bereits bei französischen Sicherheitsbehörden im Einsatz ist. ArgonOS ist als Big-Data-Infrastruktur speziell für Polizei und Geheimdienste konzipiert. Außerdem nennt ChapsVision das französische Verteidigungsministerium als Referenzkunden.

Auf drei Ebenen zur Cloud

Die pCloudBw entsteht als mehrschichtige Architektur aus drei voneinander getrennten Technologie-Stacks. Diese basieren jeweils auf unterschiedlichen Lösungen – von VMware, Google Cloud sowie Open-Source-Software. Der erste, auf VMware-Technologie gestützte Stack ist seit 2025 in Betrieb und bildet die Grundlage der Plattform. Parallel treibt die BWI den Aufbau eines zweiten Systems gemeinsam mit Google Cloud voran: Die „Air-Gapped“-Lösung soll ab 2027 insbesondere als Cloud-Infrastruktur für die SAP-Anwendungen der Bundeswehr dienen. Zudem setzt die BWI in den kommenden Jahren verstärkt auf Open-Source-Software. Mitte 2024 hat sie mit Vorarbeiten für die „Open Defense Cloud“ (ODC) begonnen.

1 Kommentar

  1. Etwas das funktioniert und von anderen NATO-Bündnispartnern schon genutzt wird und durch dessen Nutzung ständig verbessert wird sobald kleinere replizierbare Fehler aufkommen wird abgelehnt… war schon immer die beste Idee
    Bin mal gespannt wann der erste CEO der anderen 3 Unternehmen mit vollen Koffern am Flughafen auftaucht

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein